Unsere Grundsätze

DIE GEMEINSCHAFT 

Unsere Gemeinschaft ist ein Lebensort, an dem wir uns verwirklichen, uns frei entfalten und unsere Berufung aufspüren, leben und realisieren. Wir möchten in dieser Gemeinschaft unsere Bedürfnisse für uns selbst und andere bedeutend zu sein, nach Nähe, Zugehörigkeit, Unterstützung und authentischem wertschätzenden Kontakt aller, gleich welchen Alters, erfüllen.

 

Als Genossenschaft kaufen wir eine Liegenschaft, sodass sie uns allen gemeinsam gehört. Die Genossenschaft stellt den Mitgliedern der Gemeinschaft privaten Wohnraum zur Verfügung.

 

Ein besonderer Schwerpunkt dieser Gemeinschaft ist unseren Kindern und Jugendlichen gewidmet. Für sie schaffen wir geeignete innere und äußere Entwicklungsräume zur selbstbestimmten Entfaltung ihrer Persönlichkeit und der Entwicklung ihres eigenen Lernstils. Die Kinder wählen ihre Bildungsaktivitäten und -orte selbst unter Berücksichtigung ihres eigenen Rhythmus.

 

Wir sind unterschiedlich und bejahen die Vielfalt. Wir gehören unterschiedlichen Generationen an, durchleben gerade unterschiedliche Lebensphasen, kommen aus unterschiedlichen Kulturen und Nationen, haben unterschiedliche Überzeugungen, unterschiedliche Behinderungen und Talente, unterschiedliche Geschlechter und Geschlechtsidentitäten und leben unterschiedliche Partnerschaftsmodelle. Wir ernähren uns unterschiedlich und viele andere unterschiedliche Dinge sind uns unterschiedlich wichtig. Diese Vielfalt sehen wir als Bereicherung. Wir begegnen Unterschieden mit Gleichwürdigkeit, heißen sie willkommen und geben ihnen Raum.

Wir wünschen uns, dass in der Gemeinschaft Menschen aller Altersstufen vertreten sind. Die verschiedenen Generationen leben in gegenseitiger Achtung und Unterstützung zusammen.

 

Wir streben einen nachhaltigen Lebensstil an. Wir gehen verantwortlich mit Ressourcen um und streben an einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen. Als Gemeinschaft entwickeln wir unseren Umgang mit der Natur Schritt für Schritt weiter in Richtung eines harmonischen Lebens mit diesem Planeten.

 

Bezüglich aller Gemeinschaftsausgaben achten wir auf die ökologische Vertretbarkeit von Produkten und faire Produktionsbedingungen.

 

PERSÖNLICHES WACHSTUM

Wir verstehen uns selbst als Lernende und begeben uns immer wieder in Prozesse, um unsere Persönlichkeit und unser Potenzial zu entfalten. Konflikte sehen wir als Chance unsere persönlichen Grenzen neu auszuloten.

Gemäß Martin Bubers Satz: ”Der Mensch wird am Du zum Ich”, sehen wir unser Gegenüber und somit auch die Gemeinschaft als Spiegel unserer Selbst, den wir nutzen, um uns selbst zu erkennen, uns unserer Hindernisse und Begrenzungen gewahr zu werden, unser Potenzial zu sehen und zu entfalten um persönlich wachsen zu können.

 

Wir möchten uns selbst und unser Sein miteinander immer wieder hinterfragen und reflektieren, damit eine Gemeinschaft von Individuen gut gelingt.

 

EIGENVERANTWORTLICHKEIT

Wir sind selbst die Veränderung, die wir sehen wollen.

Wir erwachsenen Menschen in der Gemeinschaft sind selbst verantwortlich für uns und die Erfüllung unserer Bedürfnisse. Wir respektieren sowohl unsere eigenen Bedürfnissen sowie die Bedürfnisse anderer. Wir sehen unsere eigene Verantwortung für unsere Beziehungen und das Gelingen der Gemeinschaft. Wir übernehmen Verantwortung für unsere Mitmenschen und für die Umwelt. Die Mitglieder sind finanziell eigenverantwortlich und wirtschaften für sich selbst.

 

KOMMUNIKATION

Wir pflegen für uns eine persönliche Sprache, eine gewaltfreie Kommunikation und eine Haltung, Konflikte als Herausforderung anzusehen und diese anzugehen. Wir sprechen offen an, was uns stört und können uns darauf verlassen, dass alles in Ordnung ist, was wir selbst tun und wie wir es tun, solange uns niemand sagt, dass er nicht einverstanden ist. Wir lassen Unterschiedlichkeit zu und müssen nicht gleicher Meinung sein. Wir respektieren die Meinungen der Anderen, auch wenn sie nicht unseren eigenen entsprechen. Im Konflikt sind wir bereit eine Lösung zu suchen, die für alle gut ist - das bedeutet auch, dass wir bereit sind unseren Standpunkt zu verlassen.

 

Wir bilden uns in achtsamer Kommunikation fort.

 

GEMEINSCHAFTSBILDUNG

Wir wünschen uns Vertrauen und Vertrautheit, Nähe und Geborgenheit, Offenheit und Ehrlichkeit, Freundschaft und Liebe, ein Netzwerk, in dem wir getragen sind, ein Feld in dem wir uns mit unseren Stärken, Schwächen und unserer Verwundbarkeit zeigen können, in dem wir wachsen und gedeihen können.

Die Bedürfnisse aller in der Gemeinschaft lebenden Menschen werden gleichwürdig berücksichtigt. Für Gemeinschaftsfragen streben wir Konsensentscheidungen an.

Wir schaffen einen Rahmen, in dem wir regelmäßig zusammen kommen um unsere Gemeinschaft zu pflegen.

 

Alle erwachsenen Mitglieder der Gemeinschaft nehmen regelmäßig an Seminaren zur Förderung von Gemeinschaftsbildungsprozessen teil.

 

DIE KINDER IN DER GEMEINSCHAFT

Wir Erwachsenen bilden ein Netz, das die Kinder der Gemeinschaft trägt und schaffen ihnen in der Gemeinschaft und im Bildungszentrum ein Umfeld, das ihren Bedürfnissen entspricht. Die Gemeinschaft ist das direkte Lebensumfeld der Kinder, hier wachsen sie auf, sie ist ihr “Dorf”, ihr “Clan”.

Unsere Kinder haben diese Gemeinschaft jedoch nicht selbst gewählt, daher sind sie auch nicht für sie verantwortlich. Wir Erwachsenen sehen unsere volle persönliche Verantwortung für das Gelingen der Gemeinschaft und unserer Beziehungen zu den Kindern und Jugendlichen.

Als Gestalter in diesem Umfeld hinterfragen wir uns selbst und unseren Umgang mit unseren Kindern und bilden uns immer wieder diesbezüglich fort.

Wertschätzende, persönliche Kommunikation untereinander und mit den Kindern ist uns wichtig. Jeder soll seine Authentizität bewahren und den Kindern mit dieser begegnen. Jeder ist wertvoll für die Kinder. Wir sind bereit, unsere eigenen Standpunkte zu hinterfragen und sind offen für kritische Inspirationen durch andere Menschen aus der Gemeinschaft.

Wir sind uns bewusst, dass die Kinder nach unserem Vorbild lernen. Alles, was wir tun, und wie wir es tun dient den Kindern als Orientierung und als Inspiration bis sie selbst so weit sind uns und sich selbst kritisch zu hinterfragen und ihren eigenen Stil zu entwickeln.

Wir nehmen ihre Bedürfnisse ernst, lassen sie sich frei bilden und gehen gleichwürdig mit ihnen um.

Gleichwürdigkeit heißt nicht Gleichberechtigung. Die Erwachsenen nehmen ihre Verantwortung und ihre Rechte als solche wahr, den Kindern einen Rahmen zu gestalten, in dem sie ihr Potenzial in Geborgenheit entfalten können. Dazu gehört es auch, persönliche und allgemeine Grenzen aufzuzeigen und diese zu garantieren.

Bezüglich Themen und Fragen, zu denen Gemeinschaftsentscheidungen gefragt sind, sind die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen gleichberechtigt mit denen der Erwachsenen und werden in Entscheidungsprozessen berücksichtigt. Sofern die Kinder und Jugendlichen es möchten und in der Lage dazu sind, an Gemeinschaftstreffen teilzunehmen, können sie dies tun und sich einbringen. Da die Verantwortung für das Gelingen der Gemeinschaft und die Beziehungen zwischen Kindern und Erwachsenen voll bei den Erwachsenen liegt, müssen sie das jedoch nicht.

 

Eltern behalten immer die Verantwortung für ihre minderjährigen Kinder und

treffen letztlich die Entscheidungen für sie.